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Was wird aus der "ehemaligen" Friedhofskapelle?

Die Sanierung unserer historischen Wendlandkapelle wurde abgeschlossen. Somit können wir die ebenfalls historisch interessante „Holzkapelle“ jetzt anders nutzen.

Könnte die Baracke erzählen, würden wir etwas über ihr bewegtes Dasein in den vergangenen sieben Jahrzehnten erfahren. Um ihre Geschichte erfahrbar zu machen, haben sich im Rahmen des Religionsunterrichtes Schülerinnen und Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums auf Spurensuche begeben. So wurden Daten und Fakten zusammengetragen und werden gerade für eine Ausstellung vor-bereitet. Der Religionskurs stellt die drei Nutzungsphasen der Baracke in Grüneberg, Häsen und Teltow dar.

Der Baracken-Ursprung liegt in Grüneberg. Dort war sie zur NS-Zeit Wohnbaracke in einem KZ-Außenlager für internierte Frauen, die in der Grüneberger Munitionsfabrik arbeiten mussten. Heute erinnert eine Gedenktafel, die zwischen zwei Zaunpfählen und Stacheldraht angebracht ist, an das Außenlager.

Nach dem 2. Weltkrieg kam ein Barackenteil von Grüneberg ins benachbarte Häsen. Dort wurde es als Kapelle der dortigen Kirchengemeinde genutzt. Nachdem in Häsen die Kapelle nicht mehr gebraucht wurde, hatten wir als Gemeinde die Möglichkeit, diese auf unseren Friedhof zu holen, aufzuarbeiten und als Übergangskapelle zu nutzen. Nun soll die Baracke ein Mahn- und Erinnerungsort werden.

Als Auftakt für die neue Nutzung ist es naheliegend die Geschichte der Baracke zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Diese Aufgabe hat der Religionskurs unter der Leitung von Herrn Noack und Frau Fritzsche übernommen. Es ist großartig, dass die Neuntklässlerinnen und -klässler sich für diese Geschichtsaufarbeitung begeistern. Derzeit wird die Ausstellung fertiggestellt und zeitnah zu erleben sein.

Widmung der Häsener Kapelle

Am Donnerstag, dem 1. Oktober 2015, um 15.00 Uhr, wurde die Widmung durch den Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf, Dr. Johannes Krug, die Ersatzkapelle auf dem Friedhof Teltow am Weinbergsweg 1 durchgeführt.

Die Holzkapelle ist von der Gemeinde Häsen im Löwenberger Land nach Teltow umgesetzt worden. In Häsen war sie 60 Jahre Gottesdienstort.  Eine Neuordnung des kirchlichen Lebens im dortigen Pfarrsprengel führte zur Aufgabe und Entwidmung der Kapelle im Jahr 2013.Die Geschichte des Holzbaus reicht jedoch noch weiter zurück: Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges diente er als Baracke im Außenlager Grünberg des KZ Ravensbrück. Der Erhalt des historischen Bauwerkes war Anliegen der Evangelischen Landeskirche und der beiden Kirchengemeinden. Auf dem Teltower Friedhof wird die Kapelle das historische, 1937 errichtete Wendland- Bauwerk ersetzen, während dieses gründlich saniert wird.


Holzkapelle aus Häsen

Schon eine geraume Zeit läuft die Planung für die Sanierung der denkmalgeschützten Wendland-Kapelle von 1934 auf dem Friedhof am Weinbergsweg. In diesem Frühjahr soll nun mit dem ersten Bauabschnitt, der Dachsanierung, begonnen werden. Voraussetzung für den Baubeginn ist allerdings, dass eine Möglichkeit geschaffen wird, um in einem Ersatzgebäude Trauerfeiern abzuhalten. Hierfür wurden in der Vergangenheit mehrere Möglichkeiten geprüft: von der Anmietung eines Ladenlokals in der Nähe, dem Aufbau einer mobilen Kapelle bis hin zu einer Containerlösung. Inzwischen hat sich auf Vermittlung der Landeskirche hin eine andere Lösung ergeben:
In Häsen, einem kleinen Ort in der Gemeinde Löwenberger Land nord-westlich von Berlin, wurde 60 Jahre lang eine Holzbaracke als Kirche genutzt, die aber wegen schwindendender Besucherzahlen mittlerweile aufgegeben und endwidmet wurde.
Ein unmittelbarer Abriss kam allerdings nicht infrage, da die Kapelle neben dem sentimentalen Wert für die Kirchengemeinde auch von historischer Bedeutung ist: sie war Teil des Konzentrationslagers Ravensbrück Außenlager Grüneberg. Hier befand sich eine Munitionsfabrik, die mit Zwangsarbeiterinnen betrieben wurde.
Es entstand die Idee, diese Kapelle als gottesdienstlichen Raum zu erhalten und sie dafür nach Teltow auf den Friedhof umzusetzen. Für etwa zwei Jahre soll sie die Funktion der Friedhofskapelle übernehmen. Mit ca. 40 Plätzen ist die Größe für die meisten Trauerfeiern ausreichend. Inzwischen ist mit dem Abbau des Gebäudes in Häsen begonnen worden. Der Beginn des Wiederaufbaus in Teltow steht unmittelbar bevor. Es ist geplant, die Ersatzkapelle auch nach Abschluss der Sanierungsarbeiten auf dem Friedhof als Gedenkort zu belassen. Auf dem Teltower Friedhof befinden sich mit den Gräbern von Zwangsarbeitern und einem markanten sowjetischen Ehrenmal Zeugnisse einer der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Die Kapelle bietet dann einen Ort, sich mit dieser Geschichte in Erinnerung, Gebet und Information auseinanderzusetzen.

 

 

Letzte Änderung am: 02.05.2018