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Wir wünschen alles Gute

 Im Gottesdienst am 11. März 2018 wurde unsere langjährige  Gemeindemitarbeiterin Erika Pietsch in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Aufgrund ihrer Verbundenheit zur Arbeit auf dem Friedhof fand der Gottesdienst wunschgemäß in der Friedhofskapelle statt. 

Nach dem offiziellen Part mit der Erteilung des Segens würdigte Pfarrer Karzek, auch im Namen des Gemeindekirchenrates, ihr langjähriges Wirken durch einige Einblicke in Besonderheiten ihrer Tätigkeit. Anschließend ergriffen viele ehemalige Kollegen und Wegbegleiter das Wort und bedankten sich für die hervorragende Zusammenarbeit.

Zum Ausklang gab es dann für alle eine Stärkung am Buffet. Abgerundet wurde diese kleine Feier durch das schöne Wetter. Sie hat es sich verdient!

Interview mit Erika Pietsch

...so ähnlich wie bei Schwester Agnes

Nach 38 Jahren der Mitarbeit in unserer Gemeinde wird „Schwester“ Erika Pietsch zum Ende des Monats Februar 2018 in den verdienten Ruhestand gehen. Sie hat sich gewünscht, ihren Abschied mit einem Gottesdienst in der sanierten Friedhofskapelle, Weinbergsweg 1 zu feiern. Der Sonntags-Gottesdienst am 11. März um 10.30 Uhr wird deshalb dorthin verlegt. Im Anschluss ist die Gemeinde herzlich zu einem Empfang mit Imbiss eingeladen, um mit Schwester Erika zu feiern.

Das folgende Interview mit ihr führte Thomas Karzek:

Warum eigentlich „Schwester“ Erika?

Ich bin ja gelernte Krankenschwester und habe 1980 hier als Gemeindeschwester angefangen zu arbeiten. Das war so ähnlich wie bei Schwester Agnes (Serie im DDR-Fernsehen). Mit dem Fahrrad und dann mit dem Moped, einer Schwalbe, habe ich Patienten zu Hause besucht, gepflegt und versorgt. Das hat mich schon als Kind interessiert. Als ich dann selber ein Kind hatte, war dies auch eine gute Möglichkeit, aus dem Schichtdienst im Krankenhaus herauszukommen.

War der Abschied vom Berufsbild der Gemeindeschwester schwer?

Ja und nein. Die Stelle der Gemeindeschwester gab es nach der Wende nicht mehr. Man hätte eine Diakoniestation gründen müssen. Aber schon in den ersten Jahren sind ja auch andere Aufgaben bei mir dazu gekommen, z. B. Vertretungen in der Kita und im Büro. Dadurch habe ich bereits Einblicke in diese Bereiche bekommen und der Wechsel fiel nicht so schwer. Aber die Anrede „Schwester“ ist geblieben.

Dann kam noch die Arbeit im Friedhofsbüro dazu...

Ja, das war 1999. Das Friedhofsbüro war damals hier im Pfarrhaus in der Ritterstraße (da, wo jetzt Pfarrer Karzek sein Büro hat). Wolfgang Leube hat mir einmal in der Woche Anmeldungen und Quittungen gebracht, und wir haben die Abrechnung gemacht. Dann wurde das Friedhofsbüro in der ehemaligen Trauerhalle eingerichtet. Ich hatte im Rücken einen Ölofen und von vorne hat’s durch die Tür gezogen, und das Büro hat nach Heizöl gerochen. Später wurde dann umgebaut, und nun ist es ein schöner Arbeitsplatz geworden. Ich hatte dann mit ganz vielen Bestattungsanmeldungen zu tun für Menschen, die ich schon durch die Arbeit als Gemeindeschwester oder aus dem Nähkreis kannte.

Zu den Aufgaben in der Gemeinde über die Jahre gehörte die Vorbereitung und Gestaltung der Weltgebetstage. An welche erinnerst Du Dich noch besonders?

Ganz viele! Aber der eindrücklichste war vielleicht der von 2009 mit dem Thema Papua-Neuguinea. Ich hatte mich an Werner Futterlieb erinnert, der das Land mehrfach besucht hatte, und wir haben ihn ausfindig gemacht. Er hatte dann hier und in Ruhlsdorf Vorträge gehalten. Vorher gab es zur Vorbereitung für die Brandenburger Teamer ein Erdofenessen. Und das Interesse für Papua Neuguinea ist geblieben. Immer wenn etwas darüber im Fernsehen kommt, schaue ich noch ganz gebannt zu.

Heute wird viel über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Wie hast Du das erlebt?

Das ist eine lange Geschichte. Eigentlich hatte ich mehr Rücksicht auf die Arbeit als auf die Familie genommen. Auch mit einem eigenen schulpflichtigen Kind habe ich selten Urlaub in den Ferien genommen aus Rücksicht auf Kollegen mit kleinen Kindern. Dadurch, dass mein Mann halbtags gearbeitet hatte, konnte er sich auch um unser Kind kümmern. Und Urlaub hieß meistens zu Hause im Garten. Dass man auch wegfahren kann, haben wir erst in den letzten zwölf Jahren praktiziert.

Begonnen hattest Du in der Kirche in der DDR. In den Ruhestand gehst Du aus der Kirche in der Bundesrepublik. Was hat sich nach Deiner Beobachtung verändert?

Es ist viel hektischer geworden. Die Arbeit hat zugenommen. Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten zu reisen und auch Kontakte zu pflegen, aber das muss auch begleitet und organisiert werden. Zu DDR-Zeiten war alles geschlossener, ruhiger. Heute ist die Arbeit interessanter, vielfältiger geworden. Nicht schlechter, aber anders. Ich hatte in den Jahren über die Wende hinweg mit sieben Pfarrern zu tun: Pfarrer Kähler, Pfarrer Gramse, Pfarrerin Bindemann, Superintendent Corbach, Pfarrer Violet, Pfarrer Karzek und nun auch mit Pfarrerin Beuter, die gerade angefangen hat. Da gab es recht unterschiedliche Arbeitsweisen, aber alle für sich interessante Persönlichkeiten.

Was wirst Du voraussichtlich im Ruhestand vermissen?

Den regelmäßigen Kontakt mit den Kollegen. Und auch die Arbeit auf dem Friedhof, die hat großen Spaß gemacht!

Worauf freust Du Dich im Ruhestand?

Morgens eine Stunde länger schlafen!

 

 

Letzte Änderung am: 29.03.2018