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Gedanken zum Monat April 2018

Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden 

das ist der traditionelle Ostergruß. Jedoch kennen ihn viele nicht mehr. Weitaus öfter wünscht man sich „Frohe Ostern“, „Frohes Fest“ oder „schöne Feiertage“. Zu Beginn des Ostergottesdienstes grüßen wir uns im Wechsel mit dem Auferstehungsgruß, den man sich – gut evangelisch – in der Bibel aber erst etwas zusammensuchen muss. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“, fragen die Engel die verwirrten Frauen, die das Grab Jesu leer vorgefunden haben und verkünden ihnen: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ Das bleibt in der Auferstehungsgeschichte des Evangelisten Lukas erst einmal so stehen, und es erschien den Jüngern damals so unwahrscheinlich wie vielen von uns heute: „Und es erschienen ihnen diese Worte, als wär's Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht“. Es bedurfte erst der Begegnung mindestens einer der Jünger mit dem auferstandenen Jesus, dass sie dann schließlich zu diesem Bekenntnis führte: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen“.

Beides habe ich am Ostermorgen erlebt, wenn ich mit dem ersten Teil des Ostergrußes Menschen begegnete: Irritation oder aber auch freudiges Erkennen mit der Antwort: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Da ist jemand, der meine Glaubenstradition teilt. Einer, der unter Ostern mehr versteht als Schokoladeneier, Hasen und Frühblüher. Die netteste Geschichte erzählte mir eine alte Dame, die mit dem ersten Bus um halb sechs in der Frühe zur Osterlichtfeier fuhr und beim Einsteigen mutig den Busfahrer mit den Worten grüßte: „Der Herr ist auferstanden“ und zurückgegrüßt wurde: „Er ist wahrhaftig auferstanden“. Mehr musste an diesem Tag eigentlich nicht mehr kommen.

Ostern, das ist der höchste Feiertag unserer christlichen Kirche. In der Wahrnehmung ist er allerdings in Deutschland weit hinter Weihnachten – oder eher, dem Heiligen Abend –zurückgefallen. Theologisch ist hier etwas verrutscht. Denn: das Weihnachtsereignis hat keine neue Religion gestiftet. Es ist in der Geschichte kaum beachtet worden. Es war erst der Glaube an Christi Auferstehung, der sich in Windeseile im gesamten Mittelmeerraum verbreitete. Anhänger dieses neuen Weges sammelten sich, organisierten sich in Gemeinden und verteidigten ihre neue Lehre sogar mit ihrem Leben. So finden sich Zeugnisse für eine Feier des Osterfestes schon im zweiten nachchristlichen Jahrhundert, die Feier der Geburt Christi ist erst seit dem vierten nachchristlichen Jahrhundert belegt.

Das Weihnachtsfest bedenkt etwas bereits Geschehenes. Ostern richtet sich auf die Zukunft, verbindet den Glauben an die Auferstehung mit der Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott. So lehrt der Heidelberger Katechismus mit seiner Frage 57: „Was tröstet dich die »Auferstehung der Toten«?“

Antwort: „Nach diesem Leben werde ich durch die Kraft Christi auferweckt werden und zu Christus, meinem Herrn, kommen. Er wird mir Anteil geben an seiner Herrlichkeit.“

Feiern Sie mit uns das Auferstehungsfest in all seiner Vielfalt. Die Gottesdienste und Angebote auf Seite 9 laden Sie dazu ein.

Es grüßt Sie Ihr

Pfarrer Thomas Karzek

Letzte Änderung am: 28.03.2018