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Kitaalltag in Zeiten der Corona

Nein, nicht der Schriftsteller Gabriel Garcia Marquez hat diesen Artikel geschrieben, es ist das Leben selbst…und ja, auch uns hat`s erwischt. Zum Glück ist zwar im Moment noch niemand an Corona erkrankt, aber auch in der Evangelischen Kita in der Mahlower Straße gibt es im Angesicht der großen Infektionsgefahr deutliche Veränderungen.

Am Freitag, den 13.03.20 entschied das Land Brandenburg, alle Schulen und Kindergärten ab Mittwoch, den 18.03.20 zu schließen. Für uns kam die Meldung zwar nicht ganz unerwartet, dennoch wussten wir nicht, was das für die nächste Zeit für uns bedeuten würde. Fragen über Fragen…Wie genau soll das gehen? Kann unsere Kita geöffnet bleiben?... Wie und wo findet die Notbetreuung unserer Kleinen statt? Einige von ihnen hatten wir gerade erst eingewöhnt. Eine Pandemie wie diese lässt einem für ausgefeilschte Überlegungen dennoch keine Zeit. Jetzt hieß es, besonnen zur Tat zu schreiten.

Gleich am Samstag traf sich das gesamte Team der Kindertagesstätte, um alles Wichtige zu besprechen und die Eltern am Telefon sowie schriftlich über die neuen Regelungen in Kenntnis zu setzen. Uns war es wichtig, allen Familien die Möglichkeit zu geben, so schnell wie möglich, persönliche Absprachen zu treffen, um ein passendes Überbrückungsmodell für Kinder, Familie und Beruf zu finden, für unsere Eltern keine leichte Aufgabe. Für die Mitarbeiterinnen galt hier, zu informieren und dennoch beratend mit Verständnis zur Seite zu stehen. Das gute Verhältnis sowie die Zusammenarbeit zwischen Kitateam, Eltern, Träger und Elternvertreter*innen ließ uns diesen ersten Schritt meistern.

In der nun kommenden Zeit hieß es immer wieder, alle Informationen zu sammeln, vor zu sortieren und dann mit gesundem Menschenverstand zu entscheiden. Diese Situation stellte alle auf die Probe. Überlegungen, wie diese, hatte es noch nie gegeben. Häufig mussten Entscheidungen getroffen werden, zu denen Ministerium, Landkreis und Ämter erst Tage später genaue Beschreibungen herausbringen konnten.

Unsere Kinder in der Notbetreuung amüsierten uns dagegen sehr. Hatten wir ihnen bis eben doch immer beigebracht, recht freundlich miteinander umzugehen. Mit fragenden Blicken begegneten sie uns nun, wenn wir ihnen vermittelten, die Freunde in der Kita doch nicht unbedingt mit Küsschen und Umarmungen zu begrüßen. Kreativ ließen sich die Erzieherinnen darauf ein und entwickelten tolle Vermittlungsangebote zum Coronavirus. So kamen z.B. der kleine Professor und das Kasperle im Puppenspiel zu Besuch, um die Sache kindgerecht und mit viel Spaß zu erklären. Gemäß ihrer kindlichen Neugier interessieren sich die Kleinen für alles und freuten sich, von den Großen, in ihrem Haus der kleinen Forscher, spannende Experimente zur Thematik angeboten zu bekommen.

Im Moment werden vor Ort in der Kita bis zu 7 Kinder betreut. Uns ist es wichtig, mit Kindern, die nicht zu uns kommen können, weiter Kontakt zu halten. Daher telefonieren wir regelmäßig miteinander. Familien und Wohnbereiche (wir betreuen auch Kinder aus Heimen) bekommen jede Woche 2 Videogrüße per E-Mail aus der Kita gesendet. Mal gibt es eine Idee für ein Angebot, Lieder, Tänze oder Geschichten. An alle Kinder wurde ein persönlicher Brief geschrieben. Einem Kind, welches spezielle Fördermaterialien in der Kita benötigt, haben wir diese, zusammen mit Ratschlägen, für die Zeit der Abwesenheit nach Hause gebracht. Den Eltern versuchen wir mit telefonischen Gesprächsangeboten Beratung und Hilfe zu geben. Zum einen wollen wir so den Kindern und Familien zeigen, dass wir an sie denken und niemand in dieser schwierigen Zeit allein ist. Zum anderen können wir den Eltern so Ideen und sicher auch etwas mentale Unterstützung für die Zeit Zuhause geben. Ein paar der Kinder haben uns bereits geantwortet und Briefe zurückgeschickt oder Bilder gemalt. Das hat uns sehr gefreut.

Mitarbeiter und Familien lernen sich im Moment noch einmal von einer anderen Seite kennen. Das gemeinsame Tun von Einrichtung und Familien war immer schon das Besondere bei uns. Wir erleben nun erneut, und dabei auch sehr emotional, gemeinsam können wir stark sein und das alles zusammen schaffen!

Diese Zeit ist für uns alle nicht einfach. Dennoch erleben wir starke Gefühle von Nähe und Gemeinschaft. Dies geschieht dennoch oft aus der Ferne. Alle Familien unterstützen uns und damit auch sie als Gemeinde jeden Tag aufs Neue, wenn sie die Kinder in einem Spagat von Kinderverantwortung, Arbeit und Homeoffice, Essen kochen, Hausaufgabenbetreuung, versuchen, bei allem fröhlich zu bleiben,…so weit wie möglich daheim betreuen. Wir danken ihnen dafür. Es ist toll zu sehen, was jeder Einzelne leistet.

Liebe Gemeinde, sicher erleben Sie diese Nähe und Hilfsbereitschaft in Ihrer Umgebung ebenso.

Lassen Sie uns gemeinsam darüber froh und dankbar sein und ebenso auf die Güte und Gnade unseres Herren hoffen. Wir wünschen Ihnen bei Ihrem Tun Gesundheit und Kraft.

Herzliche Grüße aus der Evangelischen Kita

Alena Witt und Antje Du Chesne

Letzte Änderung am: 14.04.2020