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RSSPrint

Gedanken zum November 2018

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. (Offenbarung 21, 2)

Blicken wir in diesen Tagen nach Jerusalem, so scheint sich dort das ganze Drama des Nahostkonflikts abzuspielen: ein ganzes Land seit Jahren im Ausnahmezustand, Gewalt zwischen Palästinensern und Israelis, fruchtlose Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien, ein von der Außenwelt quasi abgeriegelter Gazastreifen, dazu ein US-Präsident, der durch die Verlegung seiner Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem weiter Öl ins Feuer des Konflikts gegossen hat. An Jerusalem ist bisher noch jede Verhandlungsrunde gescheitert. Religiös aufgeladen, machtpolitisch umkämpft: seit etwa 3000 Jahren scheint diese Stadt dafür ein Symbol zu sein. Nur wenige goldene Zeiten waren ihr vergönnt. Aber immerhin: es gab sie. Und sie gaben seit jeher Anlass zu sehnsuchtsvollen Beschreibungen, jenseits aller tatsächlichen Gewalt.

Für uns Christen steht Jerusalem in erster Linie für den Tod und die Auferstehung Jesu. Hier bildete sich die erste Urgemeinde, hier fand im Jahre 48 das berühmte Apostelkonzil statt, auf dem der Apostel Paulus offiziell die Erlaubnis bekam, in die griechisch-römische Welt die Botschaft Jesu zu tragen.

In unserem Text nun steht das neue Jerusalem am Ende von düsteren und gewalttätigen Ereignissen: vom Angriff feindlicher Mächte auf christliche Gemeinden bis zur Ankunft des Messias, der die Feinde (Antichrist und Könige) besiegt. Am Ende, nach allen Kämpfen, sieht der Verfasser das neue Jerusalem herabkommen, geschmückt wie eine Braut für das Lamm (gemeint ist Christus). Endgültiger Friede scheint nun endlich einzuziehen, ein Friedensreich ohne Ende. Eine Sehnsucht, die schon beim Propheten Jesaja auftaucht, ein Reich, in dem sogar Wolf und Lamm friedlich nebeneinander liegen. Die Kräfte des Friedens haben gesiegt. Wie aussichtslos wirken da Versuche, endgültigen Frieden in der Welt zu erreichen. Wenn uns  diese Sehnsucht allerdings abhandenkommt, dann hätten tatsächlich die Mächte der Gewalt  gesiegt. Und gibt es nicht auch hoffnungsfrohe Zeichen für Frieden, seien sie auch noch so klein? Ein jüdisches Sprichwort sagt: Wer das Leben eines einzigen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Christoph Noack

Letzte Änderung am: 27.10.2018