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Gedanken zum September 2018

Wir alle kennen Redewendungen wie „das dauert ja eine halbe Ewigkeit“ oder „ewig und drei Tage“ oder „wir haben uns ja ewig nicht gesehen“. Ganz zu schweigen davon, wie oft „Ewigkeit“ oder „ewig“ im Verlauf eines Gottesdienstes vorkommen.

Dieser etwas lange Vers aus dem Buch des Predigers umkreist gleich vier Begriffe: Machen, Zeit, Ewigkeit, Herz. Und im Mittelpunkt stehen wir, die Menschen. Es scheint, dass sich aus den vier Begriffen zwei Wortpaare bilden: Machen – Zeit sowie Ewigkeit – Herz: er hat alles gemacht zu seiner Zeit, die Ewigkeit hat er in ihr (= der Menschen) Herz gelegt.

Neben dem Tun und Schaffen, das der Vers mit dem Zeitlichen in Verbindung bringt, scheint des Menschen Herz mit der Ewigkeit gekoppelt zu sein. Allerdings, so schränkt der Vers ein, können wir die Ewigkeit nicht ermessen, nicht ergründen. Was bleibt, ist eine tiefe Sehnsucht, die Größeres ahnen lässt.

Solange es Menschen gibt, wird die Zeit gemessen und eingestellt, gezählt und strukturiert; zunächst orientiert an landwirtschaftlichen Erfordernissen (Jahreszeiten, Sonnenuhren), später immer genauer mit Jahreszahlen, Uhren und digitalen Messtechniken. Wir haben das Gefühl, dass wir Herrscher über die Zeit wären. Andererseits kennen wir auch den Spruch „ich habe jetzt keine Zeit“. Mit einer solchen Aussage sind wir dann nicht Herrscher, sondern eher Sklaven unserer Zeiteinteilung.

Nun wäre es wohlfeil, unseren minutiösen Tagesablauf einfach für schlecht zu erklären. Allerdings weist uns der Vers darauf hin, dass wir unser eigentliches Menschsein, das, worauf es im Leben wirklich ankommt, nicht aus dem Blick verlieren. Dazu, so schreibt der Vers, hat uns Gott die Sehnsucht nach der Ewigkeit in unser Herz gelegt.

Im 19. Jahrhundert hat sich der dänische Pfarrer und Philosoph Sören Kierkegaard über das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit Gedanken gemacht. Er hat es so formuliert: Die Zeit ist eine Agentin der Ewigkeit.

Dass uns die Sehnsucht nach der Ewigkeit erhalten bleibe, das wünsche ich uns.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Christoph Noack

 

Letzte Änderung am: 27.08.2018