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RSSPrint

Gedanken zum Monat Juni2018

Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie habeneinige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ (Hebräer 13,2)

In Reiseberichten von Verwandten oder Bekannten aus exotischen Ländern hört man des Öfteren von der Gastfreundschaft, die den Reisenden dort begegnet sei. Ich spreche jetzt nicht von der Pauschalreise direkt in ein Hotelparadies, bei der man wahrscheinlich eher unter seinesgleichen wäre. Ich meine die Begegnung mit dem Fremden, dem Exotischen, der Begegnung mit den „normalen“ Bewohnern eines Landes.

Wieder zu Hause fällt einem das Reden von der Gastfreundschaft schon ungleich schwerer. Gastfreundschaft bei uns? In unserem Haus, in unserer Wohnung? So oder ähnlich klingen unsere Reden über uns: dort die begeisterte Schilderung der Gastfreundschaft, hier die fast bekümmerte Feststellung, zu so etwas wären wir wohl kaum in der Lage. Trifft diese Selbsteinschätzung zu?

Vielleicht gibt es ja aber auch mehr Gastfreundschaft bei uns als wir denken. Ich habe noch die Bilder aus München im Gedächtnis, als die geflüchteten Menschen im September 2015 dort wahrlich gastfreundlich begrüßt und versorgt wurden. Und zumindest ein Klischee über uns Deutsche schien sich tatsächlich, zumindest für einige Zeit, in Luft aufzulösen. Die Bilder gingen um die Welt.

Gastfreundschaft kann auch vielerlei Gestalt haben. So heißt es an anderer Stelle im Neuen Testament in puncto Gastfreundschaft: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden“ (Römer 12,15). Gemeint sind Zuwendung, Mitgefühl und Hilfe. Dies sind eigentlich ganz ureigene menschliche Züge. Und sie könnten in Zeiten, in denen fast alles durch Geld geregelt wird, immer wichtiger werden.

Über ein Beispiel von Gastfreundschaft wurde in der Mai-Ausgabe berichtet: das Café der Begegnung feierte sein zweijähriges Bestehen. Menschen, die sich ganz natürlich einander begegnen, denen Hilfe angeboten wird, die selbst zum Gelingen der Begegnung beitragen und dadurch merken: wir sind nicht allein. Im Sinne Jesu und der Bibel wäre es allemal. Vielleicht kommen wir dadurch der Vision aus dem Hebräerbrief ein Stückchen näher, unbemerkt Engel zu beherbergen.

Es grüßt sie herzlich

Ihr Christoph Noack

 

 


 

Letzte Änderung am: 31.05.2018