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Kirchenkreis Teltow - Teil 2

Teil 2: Zwei neue Gemeinden und ein neuer Superintendent

Mit der Errichtung der Mauer rund um Berlin (West) am 13. August 1961 waren die im Teltower Gebiet liegenden Kirchengemeinden von ihrem(Mutter-) Kirchenkreis Zehlendorf getrennt. Der Not gehorchend, wurde daraufhin zum 1. Januar 1963 der eigenständige Kirchenkreis Teltow errichtet. Mit seinen neun Gemeinden und Pfarrsprengeln war er allerdings der kleinste Kirchenkreis in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg.

Auch andere grenznahe Kirchenkreise waren von der abrupten Trennung betroffen, zudem änderten sich Verkehrswege, die nun weitläufig um das eingemauerte Gebiet West-Berlins herumführten. (Viele ältere Teltower erinnern sich an den Eisenbahnzug „Sputnik“, der nun Potsdam mit Berlin (Ost) – über Genshagener Heide – verband.) Deswegen und aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nach der Trennung von der Kirche im Westen sah sich die Kirchenleitung (Ost) genötigt, ab 1964 im Rahmen einer „Raumordnung“ die Strukturen der Evangelischen Kirche in Brandenburg neu aufzustellen. Ein Kirchenkreis sollte so begrenzt sein, dass ein Zusammenkommen von Gruppen und Gremien verkehrstechnisch leicht geschehen kann. Auch sollten die Kirchenkreise so organisiert sein, dass sie ihre Aufgaben personell und finanziell erfüllen können. Die Zahl der Pfarrstellen sollte daher nicht unter 15 und in der Regel nicht über 25 liegen.

Für den Kirchenkreis Teltow bedeutete dies, weitere Gemeinden aufzunehmen. Gleichzeitig war der weitaus größere, benachbarte Kirchenkreis Potsdam bemüht, die Zahl seiner Gemeinden zu verringern. Schon früh kamen für einen Wechsel die östlichsten Gemeinden des Kirchenkreises Potsdam, Ahrensdorf und Güterfelde, in Betracht. Dort war man über diese Pläne allerdings nicht froh und führte verschiedene Argumente an, um einen Wechsel zu verhindern. Eine der Bedenken betraf die Grenznähe Teltows. Da das Pfarrhaus in der Ritterstraße 11, das auch die Superintendentur des neuen Kirchenkreises beherbergte, direkt am Grenzstreifenlag, wurde angeführt, dass „ es von den staatlichen Stellen immer wieder als besonders erschwerend angesehen würde, wenn Gemeindeglieder aus Gemeinden, die nicht unmittelbar im Grenzgebiet liegen, zu übergemeindlichen Veranstaltungen im grenznahen Gebiet in Teltow versammelt werden sollen“.

Der Kreiskirchenrat Teltow stimmte gleichwohl der Neuordnung zu, sandte allerdings dem Konsistorium seinen Beschluss mit der Bemerkung zu: „ Die ablehnende Stellungnahme von Ahrensdorf und Güterfelde ist freilich bekannt“. Nachdem auch die Zustimmung der anderen Beteiligten eingeholt worden war, wurde der Plan umgesetzt. Der Text der Urkunde vom 20. Februar 1968 lautete:

Aus dem Kirchenkreis Potsdam werden folgende Kirchengemeinden ausgegliedert und in den Kirchenkreis Teltow eingegliedert: a) die zum Pfarrsprengel gehörenden Kirchengemeinden Ahrensdorf, Nudow und Schenkenhorst, b) die zum Pfarrsprengel Güterfelde gehörenden Kirchengemeinden Güterfelde und Sputendorf. Die Urkunde tritt mit Wirkung vom 1. Januar 1968 in Kraft“. Somit vergrößerte sich der Kirchenkreis Teltow von 49.300 Mitgliedern in seinen Gemeinden und 14 Pfarrstellen auf 52.630 Seelen und 16 Pfarrstellen.

Ein neuer Superintendent

Die Verhandlungen über die Erweiterung wurden bereits vom zweiten Superintendenten des Kirchenkreises Teltow begleitet. Der erste, Pfarrer Lic. Gerhard Puttkamer trat im September 1965 in den Ruhestand und wurde danach von seinem Stellvertreter, Pfarrer Luer aus Mahlow, vertreten. Zum Nachfolger Puttkamers wurde von der Kreissynode Teltow Pfarrer Reinhard Kähler gewählt. Am 3. April 1966 führte ihn Generalsuperintendent Schmitt in der Teltower St. Andreaskirche in sein Amt ein. In der Herbstsynode 1966 lobte Luehr seinen neuen Dienstvorgesetzten samt Ehefrau mit den Worten: „wir haben in diesem halben Jahr (seit seiner Einführung) wohl alle die Überzeugung gewonnen… dass unserem Kirchenkreis kein besseres Superintendentenehepaar hätte gegeben werden können.

Mit Reinhard Kähler, Jahrgang 1925, hatte der neue Kirchenkreis Teltow jemanden an der Spitze, dem die Geographie auch nördlich des Teltowkanals vertraut war: Acht Jahre lang hatte er vor dem Krieg in Zehlendorf-Mitte die Schule besucht und sein Abitur auf dem Schadow-Gymnasium abgelegt. Nach seinem Theologiestudium in Westdeutschland folgte er dem Aufruf, als Pfarrer in die Berlin-Brandenburgische Kirche zu gehen. Dazu gehörte auch, dass alle unter 40-jährigen Theologen in der sowjetischen Besatzungszone, der DDR, eingesetzt wurden. Nach Stationen in Hohenferchesar nahe Brandenburg an der Havel, und Lindow, nördöstlich von Berlin, war nun nicht nur die Kirchengemeinde Teltow sondern gleich der ganze neue Kirchenkreis südlich des Teltowkanals sein Betätigungsfeld.

Schon bald merkte Kähler, dass seine Doppelaufgabe als Gemeindepfarrer und Superintendent nicht ohne personelle Verstärkung zu bewältigen wäre. Dafür, so erklärte er der Kreissynode im September 1966, bräuchte er „entweder einen zweiten Mann für St. Andreas – oder aber Vertretung“. Es sollte allerdings acht Jahre dauern, bis dieser Wunsch – allerdings in der Person einer zweiten Frau - Gestalt gewann. Am 8. November 1974 beschloss der Gemeindekirchenrat in Teltow Frau Pastorin Maria Ziemer „als Pastorin für Teltow anzustellen, damit Superintendent Kähler entlastet werden kann“. Die Anstellung erfolgte halbtags, zunächst im Angestelltenverhältnis. Im Nachgang dazu wurde mit Wirkung vom 1. April 1975 die dritte – seit sieben Jahren unbesetzte - Pfarrstelle aus Kleinmachnow in eine dritte Pfarrstelle von Teltow umgewandelt.

Thomas Karzek

- Fortsetzung folgt -

Letzte Änderung am: 30.12.2021